Champions League in Damaskus
Die Lebensbedingungen in Syrien sind nach dem Krieg immer noch sehr schwer und prekär – was ja auch der deutsche Außenminister Johann Wadephul vor Ort gerade erst bestätigte. Doch das bremst die interkulturellen Straßenfußball-Ligen von buntkicktgut nicht. In Damaskus rollt der Ball. Unser Koordinator Mahmoud Nasser sorgt in seiner Heimat mit buntkicktgut immer mehr für Bewegung. Hier sein aktueller Bericht:
Im Sommer und Herbst konnten wir in Syrien viele erfolgreiche Aktivitäten umsetzen – trotz der großen Hitze und schwierigen Bedingungen. In insgesamt acht Regionen finden momentan immer wieder Spieltage und Turniere statt. So gab es im Sommer sogar die buntkicktgut-Champions-League-Finalrunde.
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Besonders schön ist dabei, wie sich die Kinder und Jugendlichen durch den Fußball positiv entwickeln – sie lernen Fairplay, Teamgeist und Verantwortung. In Regionen ohne fertige Bolzplätze konnten wir mit der Hilfe vieler Leute vor Ort einfache Spielfelder auf privaten Grundstücken errichten, damit die Kids auf jeden Fall kicken können und auch keine langen Wege haben.
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Für den Winter planen wir nun ebenso Finalrunden in allen Altersklassen. Dazu einen buntkicktgut-Referee-Lehrgang für Jugendliche, bei dem uns ein internationaler Schiedsrichter zur Seite steht und hilft. Sowie eine Fortbildung zum “Street Football Worker”, um unsere jungen Coaches weiterzubilden und weiterzubringen.
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So bleibt unsere Motivation groß. Der Fußball bringt Hoffnung und Gemeinschaft in das Leben der Kinder hier in Damaskus und den umliegenden Regionen. Über 2.000 Kids haben an unseren Spieltagen und Turnieren im Sommer teilgenommen. So soll es weiter gehen. Ein großes DANKE an alle Freunde und Helfer.
von Mahmoud
Syrien: buntkicktgut baut Brücken

WIR schaffen neue Räume
Brücken bauen, das ist ein Grundpfeiler bei den interkulturellen Straßenfußball-Ligen von buntkicktgut. Brücken, die Menschen, Kulturen und Nationen verbinden, Grenzen überwinden und neue Räume schaffen. Wie gerade in Syrien. Der Fußball sorgt dabei für Bewegung. Er schafft eine Grundlage, die vor allem den Kindern und Jugendlichen in dem völlig zerstörten Land neue Räume, Beachtung und Hoffnung gibt. Beachtung durch unsere Street Football Worker, die den Kids in den Straßen und Stadtvierteln auf Augenhöhe begegnen und genau wissen, welche Sorgen und Nöte die Menschen haben. Wie Mahmoud Nasser, der in Damaskus, seiner Heimatstadt, den Ball ins Rollen bringt. Vor zehn Jahren floh er aus Syrien, landete in München und bei buntkicktgut. Er wollte nach dem Sturz des Regimes und dem Ende des Bürgerkrieges in sein Land und helfen – indem er über den Fußball Brücken baut. Wie er es bei buntkicktgut in München gelernt hat.
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WIR bewegen über 2.000 Kinder
Innerhalb von nur wenigen Monaten hat Mahmoud so über 2.000 Kinder in der syrischen Hauptstadt in Bewegung gebracht. Straßen und Plätze wurden vom Schutt befreit, Spielfelder geschaffen und Trainings sowie Spieltage in bisher acht Stadtvierteln gestartet. Auch Schulen sind involviert. „Die Not ist immer noch sehr groß“, sagt Mahmoud, „doch die Kids sind voll dabei und haben tolle Ideen, die uns weiter bringen.“ Immer mehr Jugendliche wollen auch Street Football Worker oder Referee werden, damit Verantwortung übernehmen und ihre zerstörten Stadtviertel neu beleben.
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WIR brauchen DICH
Doch Mahmoud und seine jungen Street Football Worker brauchen finanzielle Unterstützung damit die Trainings und Spieltage kontinuierlich weiter laufen und sich etablieren können. Denn die neu errichtete Brücke soll durch immer mehr Stadtviertel von Damaskus und darüber hinaus gehen – soll immer mehr Kinder und Jugendliche erreichen, bewegen und verbinden.
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Einfach heiß! Sommercamp in Frankreich

Sommer, Sonne, Sommercamp – die interkulturellen Straßenfußball-Ligen von buntkicktgut sind dieses Mal nach Frankreich gereist und haben dort über zehn Tage lang mit knapp 90 Teilnehmenden gegickt, getrickst und Horizonte erweitert. Trainings, Workshops und Ausflüge sowie ein bunter Austausch mit lokalen Institutionen haben einmal mehr einiges bewegt. Hier ein paar Erlebnisberichte von den Kids
Viele neue Orte und Menschen
Im Sommercamp habe ich viel über mich gelernt. Am Anfang hatte ich Angst, weil ich niemanden kannte. Doch beim Kicken, Wandern und auf den Ausflügen habe ich schnell gemerkt: Gemeinsam schafft man mehr als alleine. Ich habe gelernt, mutig zu sein, durchzuhalten und dass Freundschaft oft dort entsteht, wo man es am wenigsten erwartet. Beim Training ging es vor allem um Disziplin und Durchhaltevermögen. Das Sommercamp hat mir trotzdem sehr viel Spaß gemacht – dafür danke ich buntkicktgut. Ich habe viele neue Orte und Menschen kennengelernt.
von Ismailsam
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Marseille – sehr cool!
Am ersten Tag dachte ich noch, dass es langweilig wird. Weil immer gesagt wurde, dass wir jeden Tag beim Training sind. Das stimmte auch. Was wir allerdings danach gemacht haben, war voll schön. Wie das Wandern. Oder der Ausflug nach Marseille. Da haben wir eine Stadtrallye gemacht – sehr cool! Eine der Aufgaben war, dass wir ein Video drehen mussten. Dafür haben wir einfach Leute in den Straßen getunnelt – das war sehr lustig! Danach ging es ans Meer – und einen großen Pool hatten wir in unserer ziemlich geilen Herberge auch. Nur das Essen war nicht so schön.
von Abudi
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Gangster, Hitze und Astronauten
Wenn man bei 40°C wandert, fragt man sich irgendwann, ob man nicht versehentlich in ein Wüstentraining für Astronauten geraten ist. Aber nein – am 10. August waren wir in Le Colorado de Rustrel, zwischen rot glühenden Ockerfelsen und verschwitzten Kindergesichtern. Wie oft sich wohl jemand dachte: Oh mann, das ist Survival Training auf höchstem Niveau. Auch das Wasser ging irgendwann aus, weit und breit nix, nur Wüstenlandschaft. Schatten? Fehlanzeige. Aber hey, wir haben es durchgezogen – länger als gedacht, aber geschafft. Schöne und hitzige Erinnerungen.
Zwei Tage später ging’s in die Gangstermetropole Marseille, was man so hört. Die größte Herausforderung des Tages dabei: die Gruppenbildung, ein bisschen wie Speed-Dating mit extra Drama. Der Traum mit dem Kumpel in einer Gruppe zu sein, zerplatzt. Trotz genervter, verschwitzter und „ich kann nicht mehr“ Gesichtern haben wir uns durch die Aufgaben gekämpft und diese recht kreativ gelöst. Die Highlights des Tages: das Stade Julien Baudon, mit vielen Fotos zur Erinnerung und das Beste – na klar – das Meer!
von Selena
UND nochmal ein großes DANKE an ALLE FördererInnen, SpenderInnen und PartnerInnen!!!
Kunst und Kicken – buntkicktgut bei der Glockenbach-Biennale

Fußball ist nicht nur Straße. Fußball ist auch Kunst. Zumindest bei den interkulturellen Straßenfußball-Ligen von buntkicktgut, die bei der Glockenbach Biennale vom 2. bis 13 Juli in München zeigen, wie sich Sport, Kunst und Kultur miteinander verbinden und vereinen lassen. Das Motto der Kunstaktion lautet „SORRY BELLA“. Dazu sorgten bereits am 7. Juli in der Architekturgalerie im Hochbunker neben der Schrannenhalle Kinder, Jugendliche und Erwachsene für Bewegung – mit und ohne Ball.
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Gemeinsam mit internationalen KünstlerInnen sowie Kindern und Jugendlichen wurden im „Next Generation Hub“ vor der Architekturgalerie Bälle und T-Shirts gestaltet. Danach gab es noch eine Talkrunde mit erlauchten Gästen im Hochbunker. Statt rundem Leder drehte sich hier alles um das Zusammenspiel von Kunst und Kicken – mit den Münchner Künstlern Ray Moore und Moe Al Kadrie, dem Kurator der Biennale Miro Craemer, Till Hofmann, Matthias Groeneveld (Leiter von buntkicktgut München), Mahmoud Nasser (buntkicktgut Syrien) sowie Benny Folkmann vom FC Bayern München. Im Klartext: „Wie Sport und Kunst Begegnungsräume schaffen“ – in München und überall auf der Welt. Moderiert wurde der Talk vom Münchner Rapper Waseem Radwan.
„Straßenfußball ist nicht nur Sport, er schafft Lern- und Begegnungsräume. Der Bolzplatz ist ein solcher Ort“, sagt Matthias Groeneveld. „Denn da treffen verschiedenste Kulturen zusammen – also Menschen, Kunst, Sport und die pure Stadt. Eine Mischung, die es in sich hat und überall auf der Welt, nicht nur in München, für Bewegung sorgt. Die einerseits Spaß bringt, aber auch lehrreich ist – für kleine wie große Menschen.“
Sommercamp in Graz: Schlangen, Wildwasser und schlimme Frisuren

buntkicktgut war mit über 50 Kids in den Sommerferien einmal mehr auf großer Reise. Dieses Jahr ging es mit dem Sommercamp nach Graz. Was die Jungs und Mädels dort erlebt haben, schildern sie hier in ihren Reiseberichten.
Nervenkitzel und Döner
Der Besuch im Kletterwald war ein aufregendes Abenteuer! Es hat richtig Spaß gemacht, die verschiedenen Parcours zu meistern. Die meisten Zeit hatte ich Angst, dass ich herunter falle, obwohl mich ja das Seil festhielt. Doch das war ja das Lustige daran: Ich wusste die ganze Zeit nicht, ob es wirklich hält. Besonders am Ende der Seilbahn hatte ich Angst vor dem Fall in die Tiefe. Das schlimmste dabei: Ich dachte, ich werde sterben, ohne ein Berliner Döner in der Hand zu haben. Scherz! Aber jetzt wirklich: Ich hatte echt Angst. Besonders der „schwarze Parcour“ war eine echte Herausforderung, vor allem gegen Ende, als die Hindernisse schwieriger wurden. Die verschiedenen Seilbahnen waren definitiv ein krasses Highlight, da sie nicht nur Adrenalin, sondern auch eine tolle Aussicht boten. Insgesamt war es ein unvergesslicher Tag voller Nervenkitzel im Kletterwald.
von Abdoulie aus Berlin
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Krass und schön – Rafting auf der Salza
Ich fand das Sommercamp sehr schön, hat sehr viel Spaß gemacht. Was mich sehr fasziniert hat, war das Rafting auf der Salza. Das das war ein echtes Abenteuer. Davon werde ich auf jeden Fall meinen Kindern erzählen in weiter Zukunft. Die anderen Teilnehmer hatten zwar vorher noch erzählt, dass man beim Rafting oft aus dem Boot fallen könnte. Auch die Strömung sei sehr stark. Und wenn man ein paar Minuten im Wasser bleiben würde, dass dann der Körper erfrieren würde. Doch davon habe ich mich nicht abschrecken lassen. Am Ende hat es sich sehr gelohnt. Auch die wunderschöne Natur hat mir sehr gefallen. Meine Generation checkt das oft gar nicht und hängt nur vor digitalen Medien. Meiner Meinung nach war Rafting mit das krasseste und schönste was ich bis jetzt in mein Leben erleben durfte. Dafür bin ich sehr dankbar.
von Frans
Zisch, zisch – eine Schlange!
An dem Tag, als wir zum Kletterwald gingen, passierte etwas Krasses. Als sich alle auf den Weg zu den Kletterbäumen machten, rief plötzlich ein Freund von mir, dass gerade eine Schlange an seinen Füßen vorbei gezischt sei. Aber wir glaubten ihm nicht. Niemals! Wir gingen weiter. Plötzlich zischte etwa durchs hohe Gras. Wir konnten erst nichts sehen. Doch dann war sie vor uns – eine echte Schlange. Sie war nur einen halben Meter vor uns, schaute uns an und verschwand im Gebüsch. Ich hatte Angst, dass die Schlange uns angreifen würde.
Ich habe noch nie eine Schlange aus der Nähe gesehen. Das war sehr spannend und interessant für mich, werde ich so schnell nicht vergessen.
von Mahdi