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Loris Weinreich

Seit 15 Jahren bei buntkicktgut

Bawan wird zum Star – beim Starkick in Bonn!

Bawan Sangar spielt bei den Sendlinger Ballers und ist der Pressesprecher seines Teams. Diese Position gibt es bei jedem Team ab der U13 bei den interkulturellen Straßenfußball-Ligen. Eine sehr wichtige Position. Denn es kommt nicht nur auf Stürmer und Stürmerinnen, Mittelfeld- und Abwehrspieler und -spielerinnen oder den Torwart an. Der

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geht nicht gibt`s nicht

Schon sein Lachen ist legendär. Kein einziger Kicker, keine einzige Kickerin lacht so schön und breit wie er. Ein Lachen, das er auf und genauso neben dem Bolzplatz zeigt. Ein Lachen, das  verzaubert – Mitspieler wie Gegner, Freunde wie Fremde, alte Onkels und junge Tanten. Bei diesem Lachen würde selbst

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Weltmeister Lillian Thuram bei buntkicktgut

Weltmeister, Europameister und Buchautor – Lillian Thuram (50) kann mit und ohne Fußball. Auf dem Platz hat er für den AS Monaco, Juventus Turin oder den FC Barcelona gespielt und führte Frankreich 1998 zum WM-Titel. Seit seinem Karriereende 2008 ist er neben dem Platz genauso aktiv – vor allem gegen

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Weltmeister, Europameister und Buchautor – Lillian Thuram (50) kann mit und ohne Fußball. Auf dem Platz hat er für den AS Monaco, Juventus Turin oder den FC Barcelona gespielt und führte Frankreich 1998 zum WM-Titel. Seit seinem Karriereende 2008 ist er neben dem Platz genauso aktiv – vor allem gegen Rassismus. Bereits 2001 hat Thuram gemeinsam mit französischen Fußballern wie Frank Leboeuf oder Didier Deschamps unentgeltlich und ohne Rechte zu verlangen eine 20-minütige Videokassette gegen Rassismus aufgenommen, die sich speziell an Jugendliche richtete. Von der französischen Regierung wurde Thuram in den Integrationsrat berufen. In dieser Funktion wandte er sich bei den Unruhen in den Pariser Vororten 2005 gegen den damaligen Innenminister  Nicolas Sarkozy, der gewisse Jugendliche aus den Vororten als „Gesindel“ und „Taugenichtse“ bezeichnet hatte. 2008 gründete er die Stiftung „Fondation Lilian Thuram – Éducation contre le racisme“. Im November 2011 wurde im Pariser „Musée du quai Branly“ eine von Thuram kuratierte Ausstellung eröffnet, die sich mit den „Menschenzoos“ und der Zurschaustellung von verschleppten Schwarzafrikanern während der Kolonialzeit auseinandersetzte. Außerdem hat er mehrere Bücher und Graphic Novels veröffentlicht, die sich mit Rassismus auseinandersetzen. Wie sein neuestes Werk: „La pensée blanche“. Unter dem Titel „Das weiße Denken“ ist es gerade auch auf Deutsch erschienen. Während eines Besuchs in München traf er auch mit buntkicktgut zusammen, kickte eine Runde auf dem Dachbolzer vom Bellevue di Monaco mit unseren Kids. Und hatte auch noch kurz Zeit, unserem buntkicker-Reporter Daniel ein paar Fragen zu beantworten.

Herr Thuram, was halten Sie von der Farbe „Bunt“?

Lillian Thuram: Sehr viel. Besonders dann, wenn es um Menschen geht. Menschen aus verschiedenen Kulturen und Nationen, die zusammen kommen und zusammen spielen – wie bei den  interkulturellen Straßenfußball-Ligen von buntkicktgut. Diese Vielfalt ist wichtig, gut und bunt. Eine tolle Idee, ein tolles Projekt. Es ist das Wichtigste im Leben, für Erwachsene wie für Kinder, miteinander spielen zu können. Egal welche Nation, welche Kultur oder Geschlecht – das ist wunderbar hier bei euch.

Am Ball sind sie immer noch ein großer Meister. Aber auch außerhalb des Spielfeldes sorgen Sie für Aufmerksamkeit – und zwar als Buchautor. Wie sind Sie auf die Idee gekommen ein Buch zu schreiben?

Das ist nicht mein erstes Buch. Und ich muss zugeben, dass es ein großer Wunsch von mir war, ein zweites Buch zu schreiben. Ich sehe sehr oft, dass die Leute nicht verstehen, dass es eine Historie mit dem Rassismus gibt. Sehr oft höre ich, dass der Rassismus normal sei. Doch das ist er nicht. Mir ist es sehr wichtig zu sagen, dass es eine Historie mit dem Rassismus, der Rassentrennung und den besagten Hautfarben gibt. Es ist eine politische Bewegung. Wenn wir sagen, „wir sind weiß“ oder „wir sind schwarz“, ist es nicht die Realität. Es ist die politische Denkweise, die einen glauben lässt, es sei besser weiß zu sein. Es wäre besser, diesen Rassismus zu beenden – dann hätten wir weniger Probleme.

Dann hätten besonders Jugendliche bessere Chancen?

Rassismus blockiert die Köpfe der Menschen. Und so ist es sehr, sehr wichtig, dass wir bereits Kindern zeigen, dass es Vorurteile in der Gesellschaft gibt. Denn: Jeder von euch kann auch seine Vorurteile über sich und andere haben. Aber man muss sie kennen, um Rassismus zu vermeiden.

Auch im Fußball gibt es Rassismus.

Der Kampf gegen Rassismus ist zäh und langwierig, auch im Fußball. Und da ist die FIFA und sind auch viele andere Fußballverbände bemüht, etwas gegen Diskriminierungen zu unternehmen. Aber genauso müssten sich auch die Fußballprofis selbst gegen Rassismus einsetzen. Sie haben eine Vorbildfunktion, besonders für Kinder und Jugendliche, können da einiges bewegen, damit unsere Gesellschaft bunt wird und bleibt.

 
 
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