Loris Weinreich
Seit 15 Jahren bei buntkicktgut
streetsisters: Mädels rocken die Straße
Mädels spielen bei den interkulturellen Straßenfußball-Ligen von buntkicktgut immer schon eine wichtige Rolle. Das verdeutlichen besonders die „streetsisters“ – ein neues buntkicktgut-Projekt in Kooperation mit Nike. Dafür wurden bereits 18 Mädels zu Coaches ausgebildet, die in den Straßen und an Schulen unterwegs sind und den Nachwuchskickerinnen vermitteln, was alles im Fußball steckt.
2027-07-19 Buntkicktgut U11, U12 + Sommerfest_Foto Samir Sakkal (11)
Und zwar nicht nur Tore und Titel, sondern viel mehr. Das weiß auch Sofia, eine Street Football Workerin von buntkicktgut aus der Region Oberschwaben und Allgäu, die das neue buntkicktgut-Projekt leitet. „Bei den streetsisters geht es darum, nicht nur Trainings und Spieltage zu leiten oder Referee zu werden, sondern soziale Skills zu erlangen“, meint Sofia, „also mit 14, 15 Jahren schon Verantwortung übernehmen und dabei verstehen, was Respekt, Fairplay und Toleranz bedeuten – gerade auch außerhalb des Bolzplatzes.“
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Alina ist Coach bei den streetsisters und Street Football Workerin, sie meint: „Ein tolles Projekt, dass wir in Kooperation mit Nike umsetzen. Momentan haben wir in München um die 18 Teams, arbeiten da mit Schulen zusammen. Die Mädels können dann auch mit ihren Teams an Spieltagen von buntkicktgut teilnehmen. Die Trainings laufen ganz unterschiedlich – beispielsweise einmal in der Woche in Neuperlach mit Mad Max. Das ist neben den streetsisters mein Team als buntkicktgut-Coach. Ich selber kicke bei den FFC Allstars. Mir macht Fußball einfach Spaß, auch neben dem Bolzplatz als Trainerin. Ich bin für meine Mädels da, unterstütze und motiviere sie. Ein gutes Zusammenspiel ist immer wichtig.“
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liga-rat: Stavro als Koch
Start ins Jahr 2024
Im Januar fand der erste liga-rat des Jahres 2024 statt. Über 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer trafen sich in der alten Feuerwache im Westend. Der liga-rat ist ein sehr wichtiges Element und Instrument bei den interkulturellen Straßenfußball-Ligen in München und allen weiteren Standorten. Denn hier treffen sich Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen, Street Football Worker sowie Spieler und Spielerinnen und beraten, so wie jetzt in der laufenden Winter-Liga, über Regelverstöße, Spielerwechsel, besondere Vorkomnisse und Neues aus dem Liga-Alltag.
Zum Jahresbeginn gab es gleich ein besonderes Highlight. Stavro, der auch für unseren buntkicker als Reporter in den Straßen von München im Einsatz ist und auf den Bolzplätzen als Referee pfeift, war am heutigen Abend der Koch. Seine Mama und er hatten Köstliches zu bieten – Huhn mit Reis, Gemüse und Joghurt. Super Lecker! Da blieb nicht ein Krümel über. Großes Danke an das Koch-Team.
Ansonsten stand im Mittelpunkt des liga-rates einmal mehr das Team Giesing 81. Warum? Das Team ist nicht beim liga-cup erschienen. Und so waren die Anwesenden (siehe unten) gespannt, ob das Team zum liga-rat wirklich kommt. Und was die Jungs über ihr Fernbleiben zu sagen hatten. Um gleich zum Punkt zu kommen:
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Das Team war beim liga-rat mit Trainer und Spieler vertreten. Der Entschuldigungsbrief war überzeugend. Allerdings will der liga-rat auch Garantien haben, dass es bei Giesing 81 besser wird mit der Organisation von Turnieren und Spieltagen. Aus dem Grund muss das Team zunächst die Anmeldegebühr bezahlen, bevor es weiterspielen darf. Der liga-rat behält sich vor, auch eine Kaution zu verlangen.
Danach stand das wunderbare Essen von Stavro und seiner Mama im Mittel- und Blickpunkt. Es wurde laut geschmatzt und gefuttert. Und immer wieder war auch „Das ist ja der Hammer“ zu hören Ein rundherum guter Start ins Jahr 2024.
Hier noch die liga-rat-Anwesenden: Taim, Niki, Acer, Stavro, Carla, Lorent, Lionel, Eduard, Sarah, Elisay, Nikolay,
Niki, Samuel, Saimen, Viktor, Abdul, Precieux, Sokol, Saddat, Junel, Rudi
Entschuldigt: Jawad, Ayman, Samim
Unentschuldigt: Roger
Übrigens: Der nächste Liga-Rat tagt am 27. Februar!
Zum Jahresabschluss volles Haus beim Liga-Rat
Zum Jahresabschluss – volles Haus beim liga-rat
Im Dezember fand der letzte liga-rat des Jahres 2023 statt. Knapp 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren zum Jahresabschluss am Start. Ein sehr volles Haus beziehungsweise eine sehr volle Feuerwache. Klar, der liga-rat ist ja auch ein sehr wichtiges Element bei den interkulturellen Straßenfußball-Ligen in München und allen weiteren Standorten. Denn hier treffen sich Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen, Street Football Worker sowie Spieler und Spielerinnen und beraten, so wie jetzt in der laufenden Winter-Liga, über Regelverstöße, Spielerwechsel, besondere Vorkomnisse und Neues aus dem Liga-Alltag.
Hier das Protokoll von der Dezember-Sitzung:
Zu aller erst wollen wir mal die Namen der Anwesenden droppen: Roger, Samim, Taim, Niki, Acer, Stavro, Carla, Lorent, Alessandro, Lionel, Eduard, Jawad, Precieux, Sokol, Saddat, Junel, Rudi, Rebecca, Maria, Sarah, Imran, Elisej, Ayman, Jawad, Schad, Abdurrahman. Entschuldigt hatte sich Naim. Unentschuldigt fehlte niemand. Dicken Respekt an alle! Die Feuerwache war voll. Das zeigt, wie gut unsere Liga läuft und sich bewegt. Und dass WIR die Macher der Liga und am Ball sind.
Viel gab es dann gar nicht zu besprechen. Im Mittelpunkt stand vor allem ein Team – und zwar Giesing 81. Beim liga-rat im November hätten sich die Giesinger Jungs aufgrund ihres nicht akzeptablen Verhaltens bereits schriftlich erklären und entschuldigen müssen. Das blieb leider aus! Doch nun haben sie dies zumindest nachgeholt.
„Das Team hat einen ausführlichen Entschuldigungsbrief an den Liga-Rat geschrieben und war auch mit Spielern beim Liga-Rat vertreten“, erklärt Sokol, der den liga-rat moderiert. Allerdings: „Teamintern werden sie an ihrer Zuverlässigkeit arbeiten müssen. Das kam im gemeinsamen Austausch nun heraus.“ Und so hat der liga-rat entschieden, dass das Team erst spielen darf, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind:
1. Anmeldegebühr nachzahlen
2. Abdurrahman wird als buntkicktgut-Referee in unserer Straßenfußball-Liga pfeifen.
Im Anschluss wurde der Einteilungsplan für den kommenden Monat besprochen, also für Januar. Und die Zertifikate wurden ausgegeben.
Danach folgte das gemeinsame Abendessen. Zwei Jungs der buntkicktgut-Familie hatten dafür extra den Ball zur Seite gelegt und sich Kochlöffel geschnappt. Mit Erfolg! Das Essen war richtig gut und lecker! Chicken mit Reis und einer Hammer-Sauce. Großes Danke an die Köche. Bleibt nur noch eines: Der nächste Liga-Rat tagt am 30. Januar 2024. Wir freuen uns bereits drauf!
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Also dann: Einen guten Rutsch ins neue Jahr für alle buntkicker und buntkickerinnen, alle Fans und Freunde, alle Partner und Unterstützer. Durch EUCH bleibt buntkicktgut immer auf Ballhöhe. Vielen Dank!
Und noch ein Tipp: Wer sich über die Feiertage langweilen sollte, sollte mal einen Blick in unsere „25 Gesichter und 25 Geschichten“ werfen…
Fotos: Clara
Text: buntkicker-Team
News vom liga-rat!
Giesing 81 weiter gesperrt
Ende November stand wieder der monatliche liga-rat von buntkicktgut auf der Tagesordnung. Ein sehr wichtiges Element bei den interkulturellen Straßenfußball-Ligen in München und allen weiteren Standorten. Denn hier treffen sich Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen, Street Football Worker und Street Football Workerinnen sowie Spieler und Spielerinnen und beraten in der laufenden Liga über Regelverstöße, Spielerwechsel, besondere Vorkomnisse und Neues aus dem Liga-Alltag.
Hier das Protokoll von der November-Sitzung:
Fangen wir mit den Regelverstößen an: Die Teams von Samborella, Arnulf Lions und ein Spieler von Fromundkickers mussten sich erklären. Deren schriftlichen Entschuldigungen, die bei Regelverstößen notwendig sind, wurden vorgetragen und besprochen. Mit dem Ergebnis, dass die Sperren vom liga-rat aufgehoben wurden. Nur Giesing 81 bleibt weiterhin gesperrt. Hier lag keine entsprechende schriftliche Erklärung vor.
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Als nächstes stand auf der Tagesordnung „Teamwechsel“. Roger, Sandra und Merem hatten einen entsprechenden Antrag gestellt – und diesen wurde stattgegeben.
Außerdem freut sich der liga-rat über zwei neue Mitglieder. Es gibt nämlich zwei neue buntkicktgut-Referees: Alessandro von den Harras Bulls (U15) und Junel von FC Aramäer (beide U15). Schön, dass ihr dabei seid!
Krönender Abschluss des liga-rats ist wie immer das gemeinsame Essen, das Jugendliche auch in Teamwork gekocht haben – und das allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen bestens geschmeckt hat. Danke! Bis zum nächsten liga-rat im Dezember…
Text: Stavro
Fotos: Clara
Weltmeister, Europameister und Buchautor – Lillian Thuram (50) kann mit und ohne Fußball. Auf dem Platz hat er für den AS Monaco, Juventus Turin oder den FC Barcelona gespielt und führte Frankreich 1998 zum WM-Titel. Seit seinem Karriereende 2008 ist er neben dem Platz genauso aktiv – vor allem gegen Rassismus. Bereits 2001 hat Thuram gemeinsam mit französischen Fußballern wie Frank Leboeuf oder Didier Deschamps unentgeltlich und ohne Rechte zu verlangen eine 20-minütige Videokassette gegen Rassismus aufgenommen, die sich speziell an Jugendliche richtete. Von der französischen Regierung wurde Thuram in den Integrationsrat berufen. In dieser Funktion wandte er sich bei den Unruhen in den Pariser Vororten 2005 gegen den damaligen Innenminister Nicolas Sarkozy, der gewisse Jugendliche aus den Vororten als „Gesindel“ und „Taugenichtse“ bezeichnet hatte. 2008 gründete er die Stiftung „Fondation Lilian Thuram – Éducation contre le racisme“. Im November 2011 wurde im Pariser „Musée du quai Branly“ eine von Thuram kuratierte Ausstellung eröffnet, die sich mit den „Menschenzoos“ und der Zurschaustellung von verschleppten Schwarzafrikanern während der Kolonialzeit auseinandersetzte. Außerdem hat er mehrere Bücher und Graphic Novels veröffentlicht, die sich mit Rassismus auseinandersetzen. Wie sein neuestes Werk: „La pensée blanche“. Unter dem Titel „Das weiße Denken“ ist es gerade auch auf Deutsch erschienen. Während eines Besuchs in München traf er auch mit buntkicktgut zusammen, kickte eine Runde auf dem Dachbolzer vom Bellevue di Monaco mit unseren Kids. Und hatte auch noch kurz Zeit, unserem buntkicker-Reporter Daniel ein paar Fragen zu beantworten.
Herr Thuram, was halten Sie von der Farbe „Bunt“?
Lillian Thuram: Sehr viel. Besonders dann, wenn es um Menschen geht. Menschen aus verschiedenen Kulturen und Nationen, die zusammen kommen und zusammen spielen – wie bei den interkulturellen Straßenfußball-Ligen von buntkicktgut. Diese Vielfalt ist wichtig, gut und bunt. Eine tolle Idee, ein tolles Projekt. Es ist das Wichtigste im Leben, für Erwachsene wie für Kinder, miteinander spielen zu können. Egal welche Nation, welche Kultur oder Geschlecht – das ist wunderbar hier bei euch.
Am Ball sind sie immer noch ein großer Meister. Aber auch außerhalb des Spielfeldes sorgen Sie für Aufmerksamkeit – und zwar als Buchautor. Wie sind Sie auf die Idee gekommen ein Buch zu schreiben?
Das ist nicht mein erstes Buch. Und ich muss zugeben, dass es ein großer Wunsch von mir war, ein zweites Buch zu schreiben. Ich sehe sehr oft, dass die Leute nicht verstehen, dass es eine Historie mit dem Rassismus gibt. Sehr oft höre ich, dass der Rassismus normal sei. Doch das ist er nicht. Mir ist es sehr wichtig zu sagen, dass es eine Historie mit dem Rassismus, der Rassentrennung und den besagten Hautfarben gibt. Es ist eine politische Bewegung. Wenn wir sagen, „wir sind weiß“ oder „wir sind schwarz“, ist es nicht die Realität. Es ist die politische Denkweise, die einen glauben lässt, es sei besser weiß zu sein. Es wäre besser, diesen Rassismus zu beenden – dann hätten wir weniger Probleme.
Dann hätten besonders Jugendliche bessere Chancen?
Rassismus blockiert die Köpfe der Menschen. Und so ist es sehr, sehr wichtig, dass wir bereits Kindern zeigen, dass es Vorurteile in der Gesellschaft gibt. Denn: Jeder von euch kann auch seine Vorurteile über sich und andere haben. Aber man muss sie kennen, um Rassismus zu vermeiden.
Auch im Fußball gibt es Rassismus.
Der Kampf gegen Rassismus ist zäh und langwierig, auch im Fußball. Und da ist die FIFA und sind auch viele andere Fußballverbände bemüht, etwas gegen Diskriminierungen zu unternehmen. Aber genauso müssten sich auch die Fußballprofis selbst gegen Rassismus einsetzen. Sie haben eine Vorbildfunktion, besonders für Kinder und Jugendliche, können da einiges bewegen, damit unsere Gesellschaft bunt wird und bleibt.