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„Es ist das Wichtigste im Leben, für Erwachsene wie für Kinder, miteinander spielen zu können“

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Weltmeister, Europameister und Buchautor – Lillian Thuram (50) kann mit und ohne Fußball. Auf dem Platz hat er für den AS Monaco, Juventus Turin oder den FC Barcelona gespielt und führte Frankreich 1998 zum WM-Titel. Seit seinem Karriereende 2008 ist er neben dem Platz genauso aktiv – vor allem gegen Rassismus. Bereits 2001 hat Thuram gemeinsam mit französischen Fußballern wie Frank Leboeuf oder Didier Deschamps unentgeltlich und ohne Rechte zu verlangen eine 20-minütige Videokassette gegen Rassismus aufgenommen, die sich speziell an Jugendliche richtete. Von der französischen Regierung wurde Thuram in den Integrationsrat berufen. In dieser Funktion wandte er sich bei den Unruhen in den Pariser Vororten 2005 gegen den damaligen Innenminister  Nicolas Sarkozy, der gewisse Jugendliche aus den Vororten als „Gesindel“ und „Taugenichtse“ bezeichnet hatte. 2008 gründete er die Stiftung „Fondation Lilian Thuram – Éducation contre le racisme“. Im November 2011 wurde im Pariser „Musée du quai Branly“ eine von Thuram kuratierte Ausstellung eröffnet, die sich mit den „Menschenzoos“ und der Zurschaustellung von verschleppten Schwarzafrikanern während der Kolonialzeit auseinandersetzte. Außerdem hat er mehrere Bücher und Graphic Novels veröffentlicht, die sich mit Rassismus auseinandersetzen. Wie sein neuestes Werk: „La pensée blanche“. Unter dem Titel „Das weiße Denken“ ist es gerade auch auf Deutsch erschienen. Während eines Besuchs in München traf er auch mit buntkicktgut zusammen, kickte eine Runde auf dem Dachbolzer vom Bellevue di Monaco mit unseren Kids. Und hatte auch noch kurz Zeit, unserem buntkicker-Reporter Daniel ein paar Fragen zu beantworten.

 

Herr Thuram, was halten Sie von der Farbe „Bunt“?

Lillian Thuram: Sehr viel. Besonders dann, wenn es um Menschen geht. Menschen aus verschiedenen Kulturen und Nationen, die zusammen kommen und zusammen spielen – wie bei den  interkulturellen Straßenfußball-Ligen von buntkicktgut. Diese Vielfalt ist wichtig, gut und bunt. Eine tolle Idee, ein tolles Projekt. Es ist das Wichtigste im Leben, für Erwachsene wie für Kinder, miteinander spielen zu können. Egal welche Nation, welche Kultur oder Geschlecht – das ist wunderbar hier bei euch.

 

Am Ball sind sie immer noch ein großer Meister. Aber auch außerhalb des Spielfeldes sorgen Sie für Aufmerksamkeit – und zwar als Buchautor. Wie sind Sie auf die Idee gekommen ein Buch zu schreiben?

 

Das ist nicht mein erstes Buch. Und ich muss zugeben, dass es ein großer Wunsch von mir war, ein zweites Buch zu schreiben. Ich sehe sehr oft, dass die Leute nicht verstehen, dass es eine Historie mit dem Rassismus gibt. Sehr oft höre ich, dass der Rassismus normal sei. Doch das ist er nicht. Mir ist es sehr wichtig zu sagen, dass es eine Historie mit dem Rassismus, der Rassentrennung und den besagten Hautfarben gibt. Es ist eine politische Bewegung. Wenn wir sagen, „wir sind weiß“ oder „wir sind schwarz“, ist es nicht die Realität. Es ist die politische Denkweise, die einen glauben lässt, es sei besser weiß zu sein. Es wäre besser, diesen Rassismus zu beenden – dann hätten wir weniger Probleme.

Dann hätten besonders Jugendliche bessere Chancen?

Rassismus blockiert die Köpfe der Menschen. Und so ist es sehr, sehr wichtig, dass wir bereits Kindern zeigen, dass es Vorurteile in der Gesellschaft gibt. Denn: Jeder von euch kann auch seine Vorurteile über sich und andere haben. Aber man muss sie kennen, um Rassismus zu vermeiden.

 

Auch im Fußball gibt es Rassismus.

 

Der Kampf gegen Rassismus ist zäh und langwierig, auch im Fußball. Und da ist die FIFA und sind auch viele andere Fußballverbände bemüht, etwas gegen Diskriminierungen zu unternehmen. Aber genauso müssten sich auch die Fußballprofis selbst gegen Rassismus einsetzen. Sie haben eine Vorbildfunktion, besonders für Kinder und Jugendliche, können da einiges bewegen, damit unsere Gesellschaft bunt wird und bleibt.

 
 
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13.000 Euro: Jede Runde zählte!

Bei den interkulturellen Straßenfußball-Ligen von buntkicktgut geht es vor allem, rein sportlich gesehen, um Tore. In diesem Fall hier geht es allerdings um Runden – und zwar um gelaufene Runden. Denn das Klenze-Gymnasium hatte seinen Spendenlauf gestartet an dem die Schülerinnen und Schüler teilnehmen und Gas geben konnten. Motto: Jede Runde zählt! Es ging also nicht um Bestzeiten, sondern Runden.

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Pro Runde (400 m) zahlten die Eltern oder Paten und Patinnen zehn Euro. Und so rannten und schnauften die Jungs und Mädels, liefen unermüdlich. Auch mit tatkräftiger Unterstützung von Kamso, Gustav und Oleg von den Harras Bulls. Am Ende standen 1.300 Runden auf dem Papier – und damit 13.000 Euro. „Unsere Jungs können nicht nur Tore schießen. Über 500 Euro haben sie erlaufen“, meint buntkicktgut-Leiter und Initiator Rüdiger Heid, „das ist toll. Genauo wie die Leistung aller anderen Teilnehmenden. Da können wir uns nur bedanken, dass wir neben der Initiative Krebskranker Kinder am Schwabinger Krankenhaus ausgewählt worden sind. Wir freuen uns sehr über die sagenhafte Unterstützung.“ Ein großes Danke auch an Dr. Frederike Rappel, die Schulleiterin vom Klenze-Gymnasium und Daniela Zierold vom Elternbeirat für das tolle Zusammenspiel.

Rappel und Zierold überreichten dann die beiden Spendenschecks im Wert von jeweils 6.500 Euro an Luca Fabiano von der Initiative Krebskranker Kinder am Schwabinger Krankenhaus – und eben an Rüdiger Heid . Vielen Dank!

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Sonderpreis für buntkicktgut in der BMW-Welt

Alles drehte sich um sechs edle Flachglas-Pokale. Diese wurden im Auditorium der BMW-Welt in München verliehen. Ein großes und buntes Spektakel. Die Verleihung des “Bayerischen Engagiert-Preises 2026” stand auf dem Programm. Dazu waren über 300 geladene Gäste anwesend. Das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration hatte geladen und verschiedene Projekte beziehungsweise Organisationen auserwählt, die zu den jeweils drei Nominierten der einzelnen Kategorien zählten.

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streetsisters: Mädels rocken die Straße

Mädels spielen bei den interkulturellen Straßenfußball-Ligen von buntkicktgut immer schon eine wichtige Rolle. Das verdeutlichen besonders die „streetsisters“ – ein neues buntkicktgut-Projekt in Kooperation mit Nike. Dafür wurden bereits 18 Mädels zu Coaches ausgebildet, die in den Straßen und an Schulen unterwegs sind und den Nachwuchskickerinnen vermitteln, was alles im Fußball steckt.

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Und zwar nicht nur Tore und Titel, sondern viel mehr. Das weiß auch Sofia, eine Street Football Workerin von buntkicktgut aus der Region Oberschwaben und Allgäu, die das neue buntkicktgut-Projekt leitet. „Bei den streetsisters geht es darum, nicht nur Trainings und Spieltage zu leiten oder Referee zu werden, sondern soziale Skills zu erlangen“, meint Sofia, „also mit 14, 15 Jahren schon Verantwortung übernehmen und dabei verstehen, was Respekt, Fairplay und Toleranz bedeuten – gerade auch außerhalb des Bolzplatzes.“

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Alina ist Coach bei den streetsisters und Street Football Workerin, sie meint: „Ein tolles Projekt, dass wir in Kooperation mit Nike umsetzen. Momentan haben wir in München um die 18 Teams, arbeiten da mit Schulen zusammen. Die Mädels können dann auch mit ihren Teams an Spieltagen von buntkicktgut teilnehmen. Die Trainings laufen ganz unterschiedlich – beispielsweise einmal in der Woche in Neuperlach mit Mad Max. Das ist neben den streetsisters mein Team als buntkicktgut-Coach. Ich selber kicke bei den FFC Allstars. Mir macht Fußball einfach Spaß, auch neben dem Bolzplatz als Trainerin. Ich bin für meine Mädels da, unterstütze und motiviere sie. Ein gutes Zusammenspiel ist immer wichtig.“

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Viel Action! Beim Feriencamp mit Kartesia

Nach Pfingsten ist es wieder soweit: das Feriencamp mit Kartesia startet. Hier ein kleiner Rückblick vom vergangenen Jahr als Ausblick:

Das Feriencamp bei buntkicktgut hat uns extrem viel Spaß gemacht und war eine willkommene Abwechslung zu unserem Büroalltag. Es war schön zu sehen wie der Fußball verschiedene Kulturen zusammenbringt und den Austausch auf und neben dem Platz fördert. ⁠Wir haben dabei versucht, das Organisationsteam von buntkicktgut so gut wie möglich zu unterstützen – beim Kochen, beim Graffiti, als „rasender Reporter” oder beim Fußball. Für uns als Team war es das erste Camp und auch die erste größere Veranstaltung dieser Art. Von der Neugier, Offenheit und auch der Durchsetzungskraft der Kinder konnten wir über die vier Tage einiges mitnehmen.

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