Loris Weinreich
Seit 15 Jahren bei buntkicktgut
„Fußball ist ein Sport voller Leidenschaft“
Er steht nun schon das zweite Jahr an der Linie beim FC Bayern Youth Cup und hat große Ziele mit seiner Mannschaft – Trainer Julian Wöhr will mit dem Team Germany beim World Final hoch hinaus. Das hat er uns nach dem German Final im Interview verraten. Alle Tore, Spiele und Ergebnisse gibt’s bald hier: FC Bayern Youth Cup!
„Plötzlich stand Beckenbauer neben uns“
Ich liebe meine Familie. Ich liebe meine Heimat. Und ich liebe Fußball. Doch das passt nicht immer so gut zusammen. Besonders dann, wenn Konflikte, Unterdrückung und Gewalt dazwischen funken. Wie im Kosovo
Jassin: „Augen öffnen und Horizont erweitern“
Meine Familie kommt aus Afghanistan. Bereits 2003 sind wir in den Iran geflohen. Lebten dort einige Jahre. Doch irgendwann gab es im Iran keine Perspektive mehr für uns. Und so machten wir uns wieder auf den Weg. Richtung Westen – die klassische Route: Über die Türkei und Griechenland erreichten wir schließlich Deutschland und landeten eher zufällig in München. Das war 2011. Die ersten Monate waren sehr schwer. Wir durften in der Gemeinschaftsunterkunft nichts machen, saßen nur herum – keine Schule, keine Außenwelt, keine Begegnung. Aber F
Baller League mit Liridon
Posted by: Heid Rüdiger Posted date: Oktober 15, 2025 | comment : 0
Große Straßenkicker sind dabei – wie die früheren Nationalspieler und Weltmeister Lukas Podolski und Mats Hummels. Oder die lebende buntkicktgut-Legende Liridon Krasniqi. Sie sind Teil der Baller League. Im Klartext: Eine bundesweite Straßenfußballliga, die allerdings nicht draußen auf Asphalt oder im Käfig
Weltmeister, Europameister und Buchautor – Lillian Thuram (50) kann mit und ohne Fußball. Auf dem Platz hat er für den AS Monaco, Juventus Turin oder den FC Barcelona gespielt und führte Frankreich 1998 zum WM-Titel. Seit seinem Karriereende 2008 ist er neben dem Platz genauso aktiv – vor allem gegen Rassismus. Bereits 2001 hat Thuram gemeinsam mit französischen Fußballern wie Frank Leboeuf oder Didier Deschamps unentgeltlich und ohne Rechte zu verlangen eine 20-minütige Videokassette gegen Rassismus aufgenommen, die sich speziell an Jugendliche richtete. Von der französischen Regierung wurde Thuram in den Integrationsrat berufen. In dieser Funktion wandte er sich bei den Unruhen in den Pariser Vororten 2005 gegen den damaligen Innenminister Nicolas Sarkozy, der gewisse Jugendliche aus den Vororten als „Gesindel“ und „Taugenichtse“ bezeichnet hatte. 2008 gründete er die Stiftung „Fondation Lilian Thuram – Éducation contre le racisme“. Im November 2011 wurde im Pariser „Musée du quai Branly“ eine von Thuram kuratierte Ausstellung eröffnet, die sich mit den „Menschenzoos“ und der Zurschaustellung von verschleppten Schwarzafrikanern während der Kolonialzeit auseinandersetzte. Außerdem hat er mehrere Bücher und Graphic Novels veröffentlicht, die sich mit Rassismus auseinandersetzen. Wie sein neuestes Werk: „La pensée blanche“. Unter dem Titel „Das weiße Denken“ ist es gerade auch auf Deutsch erschienen. Während eines Besuchs in München traf er auch mit buntkicktgut zusammen, kickte eine Runde auf dem Dachbolzer vom Bellevue di Monaco mit unseren Kids. Und hatte auch noch kurz Zeit, unserem buntkicker-Reporter Daniel ein paar Fragen zu beantworten.
Herr Thuram, was halten Sie von der Farbe „Bunt“?
Lillian Thuram: Sehr viel. Besonders dann, wenn es um Menschen geht. Menschen aus verschiedenen Kulturen und Nationen, die zusammen kommen und zusammen spielen – wie bei den interkulturellen Straßenfußball-Ligen von buntkicktgut. Diese Vielfalt ist wichtig, gut und bunt. Eine tolle Idee, ein tolles Projekt. Es ist das Wichtigste im Leben, für Erwachsene wie für Kinder, miteinander spielen zu können. Egal welche Nation, welche Kultur oder Geschlecht – das ist wunderbar hier bei euch.
Am Ball sind sie immer noch ein großer Meister. Aber auch außerhalb des Spielfeldes sorgen Sie für Aufmerksamkeit – und zwar als Buchautor. Wie sind Sie auf die Idee gekommen ein Buch zu schreiben?
Das ist nicht mein erstes Buch. Und ich muss zugeben, dass es ein großer Wunsch von mir war, ein zweites Buch zu schreiben. Ich sehe sehr oft, dass die Leute nicht verstehen, dass es eine Historie mit dem Rassismus gibt. Sehr oft höre ich, dass der Rassismus normal sei. Doch das ist er nicht. Mir ist es sehr wichtig zu sagen, dass es eine Historie mit dem Rassismus, der Rassentrennung und den besagten Hautfarben gibt. Es ist eine politische Bewegung. Wenn wir sagen, „wir sind weiß“ oder „wir sind schwarz“, ist es nicht die Realität. Es ist die politische Denkweise, die einen glauben lässt, es sei besser weiß zu sein. Es wäre besser, diesen Rassismus zu beenden – dann hätten wir weniger Probleme.
Dann hätten besonders Jugendliche bessere Chancen?
Rassismus blockiert die Köpfe der Menschen. Und so ist es sehr, sehr wichtig, dass wir bereits Kindern zeigen, dass es Vorurteile in der Gesellschaft gibt. Denn: Jeder von euch kann auch seine Vorurteile über sich und andere haben. Aber man muss sie kennen, um Rassismus zu vermeiden.
Auch im Fußball gibt es Rassismus.
Der Kampf gegen Rassismus ist zäh und langwierig, auch im Fußball. Und da ist die FIFA und sind auch viele andere Fußballverbände bemüht, etwas gegen Diskriminierungen zu unternehmen. Aber genauso müssten sich auch die Fußballprofis selbst gegen Rassismus einsetzen. Sie haben eine Vorbildfunktion, besonders für Kinder und Jugendliche, können da einiges bewegen, damit unsere Gesellschaft bunt wird und bleibt.